Kreativwirtschaft

Kreativwirtschaft und RockCity

»Culture is Big Business«

 

(Schüle, Klaus, 2003)

Die Verwendung des Begriffs Kreativwirtschaft macht auch vor RockCity nicht halt. Der Begriff der Kreativität hat hier immer und in der Öffentlichkeit zurzeit Hochkonjunktur und wird dort ebenso als Bezeichnung für all das, was als neu betrachtet werden kann verwendet, als sog. politisches Zauberwort  (A. Barber-Kersovan, 2007), mit dessen Hilfe dramatische gesellschaftliche Veränderungen zukünftig in den Griff zu kriegen sein sollen. Die harte Realität, die heute hinter dem Begriff steht, ist von Ökonomie, Effizienzsteigerung und quasi unbegrenztem Wertschöpfungspotenzial geprägt, die zitronengleich, aus den Künstlern, der sog. Kreativen Klasse, herausgepresst werden möchten. Kreativität kreist deshalb auch in Hamburg, Kreative Stadt, um Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft, immer unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit. Die Kreativen, ihre Verwerter und die Stadt sind das neue Dreigespann, dass ähnlich wie Brot, Olivenöl und Wein, die urbane Kehle hinunter gleitet und auch die Rolle der populären Musik für das Imagedesign Hamburgs in frische Schwingungen versetzt. Wir spüren dies in politischen Entscheidungen und in konkreten Projekten, wie Musikhaus Karostar, Kreativ Gesellschaft Hamburg, Live Concert Account, Hamburger Labelförderung, Stiftung privater Musikbühnen Hamburg, die ohne die Prämisse Kreativwirtschaft nicht denkbar gewesen wären. Aber auch die Hanseplatte – lokaler Musikladen aus dem Hause RockCity -, diverse Runde Tische der verantwortlichen Politik oder auch die Gründung des Kreativenverbands Hamburg hoch elf wären ohne das neue politische Zauberwort und die Vorstellungskraft der Creative Class nicht erfolgt.

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