Space-Ole Heinspiff Toureintrag Nummer 1: Wo wir hingehen, brauchen wir keine Straßen…

…aber leider sind wir dann doch noch auf die Züge der polnischen Bahn angwiesen, die uns vorgestern nach 11 Stunden am Ende doch tapfer nach Breslau gebracht haben. Inklusive sind eine Stunde Verspätung, Stromausfälle en masse, und ein “Türen schließen”-Signalton, der deutlich an den “FALSCH”-Sound in einer der Quizshows mit diesen roten Buzzern erinnert.

Nachdem wir unser Tour-Debut in Cuxhaven gegeben und dort anschließend 2 Tage lang mit Proben bei Finns Eltern verbracht haben (naja, eigentlich haben wir 90% der Zeit dafür verbraten, durch die Kälte zu rennen und ein tierisches Tour-Promo-Video zu drehen, mehr in Kürze), ist ein deutsch-polnisches Literaturfestival im “Edith Stein Haus” in Breslau nun unsere zweite Station. Es macht uns schon fast verlegen, wie herzlich wir hier vom wahnsinnig netten und jungen Team aufgenommen werden. Scheinbar freut man sich hier schon länger auf unsere “Leszert”. Texte wurden ins Polnische übersetzt, Interviewfragen für die gedolmetschte Fragerunde vorbereitet und ein schwitzender Tontechniker, der mir ein wenig leid tut, baut im Alleingang eine Anlage auf, mit der man ein mittelgroßes Festival hätte beschallen können.

Wir geben, singen, spielen und lesen unser Bestes, darunter auch ein niegelnagelneu vertonter Text, den wir über Nacht auf Minireiselautsprechern im Hotel zusammengeschustert haben, und am Ende sitzen wir mit vollgeschlagenen Bäuchen (Polen ist Eintopf-Weltmeister) und zufriedenem Blick im Backstage-Bereich. Als ob das nicht schon genug wäre, bekommt Finn von einem Mädchen gesagt, dass „die deutsche Sprache an diesem Abend in ihren Ohren zum ersten Mal nicht hart und unangenehm geklungen hat“, und eine polnische Germanistikstudentin versteht tatsächlich so unglaublich genau, was ich mit meinen Texten eigentlich erzählen will, wie ich es bei kaum einem Deutschen erlebt hab. Back to Verlegenheit, again…

Achja, Breslaus Straßen haben allesamt übrigens weit mehr Charisma als Neukölln und das Schanzenviertel zusammen, und Finn knippst sich auf unserer schnell in den engen Zeitplan geschobenen Stadt-Tour die Finger wund.

Wir schwingen uns trotzdem wieder auf unser Tour-Tandem und radeln zurück gen Westen. Bis heute Abend in Bremen …

Hannes

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